Abnehmen ohne Diät

27/07/2020

Menschen, die unter starkem Übergewicht (Adipositas) leiden, haben häufig schon alle möglichen Diäten hinter sich – mit dem Ergebnis, dass ihr Gewicht immer mehr steigt. Die sich daraus ergebende Frustration und Schuldgefühle führen zu dem berühmten Jojo-Effekt, der häufig von Essstörungen begleitet wird. Zahlreiche Studien zeigen, dass solche Diäten bei Adipositas ungeeignet sind. Der entscheidende Punkt ist nicht der mangelnde Wille des Patienten. Adipositas hat viele Ursachen: Ernährung, Bewegungsmangel, aber auch die Lebensweise, persönliche Erfahrungen, Stress, Genetik und andere Aspekte wirken sich auf das Gewicht aus.

EINE ANDERE ART, ADIPOSITAS ZU BEHANDELN

Da Adipositas mehrere Ursachen haben kann, muss die Behandlung des Patienten ganzheitlich sein und individuell auf ihn abgestimmt werden. Im Adipositas-Zentrum MONDORF Domaine Thermal werden die Patienten von einem Team aus Gesundheitsfachleuten betreut, die auf Adipositas spezialisiert sind und nach der Methode der Therapeutischen Patientenschulung arbeiten.

 

 

Therapeutische Schulung für Adipositas-Patienten:

Hier lernen Patienten, mit den Schwierigkeiten beim Abnehmen im Alltag besser umzugehen. Sie erlangen mehr Selbstständigkeit bei der Verbesserung des eigenen Gesundheitszustandes und ihrer Lebensqualität.

 

DER PATIENT STEHT BEIM THERAPEUTEN-TEAM IM MITTELPUNKT

Während der gesamten Schulung des Patienten tauschen sich die Therapeuten über ihre Sicht der Probleme sowie über die Ressourcen und die Zweifel des Patienten aus, damit sie ihm die am besten geeignete Therapie vorschlagen können.

SCHULUNG DES PATIENTEN

Diese ganzheitliche Betreuung ist nicht allein auf den Gewichtsverlust ausgerichtet, sondern zielt mit einem strukturierten Konzept Schritt für Schritt auf eine allmähliche und langfristige Änderung von Verhaltensweisen ab:

PROBLEME UND BEDÜRFNISSE DES PATIENTEN

Bei einem Gespräch mit dem Patienten hört sich der Therapeut die Probleme des Patienten aufmerksam an und sammelt Informationen, die für ein fundiertes Verständnis dieser Probleme erforderlich sind. Er zwingt dem Patienten nichts auf, sondern sucht mit ihm nach Lösungen, die den Bedürfnissen, Erfahrungen und Vorstellungen des Patienten am besten entsprechen. Der Patient selbst ist der Experte für seine Erlebnisse und den Umgang mit ihnen/der Vergangenheit.

WAS LERNT DER PATIENT? 

In den Schulungen helfen die Therapeuten dem Patienten, die grundlegenden Fähigkeiten zu erwerben, die er benötigt. Alle Therapeuten nutzen eine gemeinsame Sprache. Dieselben Informationen werden unter dem jeweiligen Blickwinkel der einzelnen Bereiche behandelt.
Die Botschaften, die der Patient erhält, sind dadurch stimmig. So kann er die neuen Kenntnisse und Fähigkeiten zu Hause einfacher im Alltag umsetzen.

Beispiele für Lernziele
  • Neue Ernährungsweisen ausprobieren: bewusste gesundheitsorientierte Entscheidungen treffen; nur so lange essen, bis man satt ist; neue Geschmackserlebnisse kennenlernen
  • Wissen einfacher in den eigenen Alltag einbauen: Gang durch den Supermarkt; Ernährungs-Workshop zu schnell zubereiteten Mahlzeiten usw.
  • Die körperliche Belastung schrittweise steigern; der Bewegung positive Seiten abgewinnen; Freude an der Bewegung (neu) entdecken
  • Sich bewusst machen, welche Rolle Emotionen beim Essverhalten spielen
  • Selbstwertgefühl und Motivation langfristig stärken
  • Strategien entwickeln, mit denen der Patient auf Traurigkeit, Einsamkeit usw. anders reagieren kann als mit Essen
  • Ein Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen usw. entwickeln

FORTSCHRITTE DES PATIENTEN

In einem Einzelgespräche misst der Therapeut gemeinsam mit dem Patienten die Fortschritte des Patienten. Dies ist ein hervorragender Zeitpunkt, um die Veränderungen zu würdigen und um unter Berücksichtigung des individuellen Lernrhythmus neu festzulegen, was der Patient noch lernen muss.

FESTIGUNG DES ERLERNTEN

Nach dem Basis-Programm durchläuft der Patient ein individuell auf ihn abgestimmtes Programm, um seine neuen Gewohnheiten tiefer zu verankern und um die langfristige Motivation zu fördern. Außerdem sollen die erworbenen Fähigkeiten gemäß den eigenen Bedürfnissen gefestigt werden. Der Patient soll im Umgang mit der Gesundheitsstrategie selbständig werden.

 

 

Lis Muller

Ernährungsberaterin und Leiterin der Abteilung Ernährung
Diplom der Universität Genf im Fach Patientenschulung