Risiken und Psychologische Vorteile bei Diabetes

Diabetes, Stress und Depressionen sind keine gute Kombination.

14/11/2025

1 • Die Wirkung von Stress auf den Körper

Stress ist eine angeborene Reaktion, um uns bei Veränderungen vor möglichen Gefahren zu schützen. In wenigen Mikrosekunden bewertet unsere Alarmanlage im Gehirn, ob es möglich ist, dagegen anzukämpfen, ob man fliehen muss oder sich besser tot stellt: FIGHT FLIGHT FREEZE

Starker Stress aktiviert Adrenalin (wird in den Nebennieren produziert). Dieses ermöglicht:

  • den Zuckergehalt im Blut zu verringern, um alle notwendige Energie nutzen zu können
  • Blut in die Muskeln zu schicken, damit man bereit ist zu laufen oder zu kämpfen
  • einen Zustand von Hypervigilanz (erhöhter Wachheit) beim kleinsten Reiz beizubehalten.

Dank diesem Adrenalinstoß ist der Organismus fähig, seine mentalen und physischen Kräfte zu vervielfachen. Es handelt sich jedoch sowohl physiologisch als auch psychologisch um einen sehr energiezehrenden Funktionszustand, der mit einem hohen Erschöpfungsrisiko einhergeht

Wenn der Stress anhält (chronischer Stress), wird die Aktivierung von Adrenalin progressiv durch die Aktivierung von Cortisol ersetzt (wird in den Nebennieren produziert), wenn keine Anpassungsstrategie wirksam war oder verwendet wurde. Cortisol kann verschiedene Krankheiten auslösen. Wir halten zunächst fest:

  • Metabolische Störungen: Cortisol stimuliert die Glukoseproduktion durch die Leber als Reaktion auf Stress. So kann der Blutzucker steigen, wenn das verfügbare Insulin nicht ausreicht. Cortisol kann auch die Sensibilität von Zellen gegenüber Insulin verringern. Dies kann eine Insulinresistenz verursachen, also Diabetes. Cortisol stimuliert hier den Appetit und kann starkes Übergewicht verursachen.
  • Schlafstörungen: Cortisol reguliert den Biorhythmus (der die Schlafenszeit reguliert). Schlechter Schlaf oder kurze Schlafdauer können Auswirkungen auf die Stimmung haben (Ängste, Depressionen…)

2 • Depressionen und Diabetes

Depressionen Können Die Entstehung Von Diabetes Begünstigen: 

Bei Patienten, die an Depressionen leiden, besteht eine um 1,6-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit, an Diabetes Typ 2 zu erkranken als bei Personen, die nicht an Depressionen leiden.

Dies lässt sich durch ihre Lebensweise erklären:

Ein Mensch, der an Depressionen leidet, achtet weniger auf eine gesunde Lebensweise (weniger Obst und Gemüse, mehr Zucker und Fette in der Ernährung, mangelnde Bewegung…), bei einer schlechteren oder sogar nicht vorhandenen Einhaltung seiner Therapie führt dies zu einem echten Gesundheitsrisiko.

Abb. 1 • Mögliche Mechanismen des Verhältnisses zwischen Depressionen und Diabetes Typ 2

Cf. Chauvet,J-C. et al. (2024). Mise au point sur les liens entre diabète et dépression, Médecine des Maladies Métaboliques. ScienceDirect, 18(3), 204-213

DIABETES KANN DAS ENTSTEHEN VON DEPRESSIONEN BEGÜNSTIGEN:

Das Risiko, an Depressionen zu erkranken ist für Diabetiker zwei- bis dreimal höher als für Nicht-Diabetiker. Die Präsenz von Depressionen erhöht die Präsenz von Risikofaktoren für zahlreiche Komplikationen (Neuropathien, Nephropathien, Retinopathien…).

Depressionen bei Diabetikern können schon bei der Diagnose, wenn Komplikationen entstehen oder infolge der erheblichen Einschränkungen bei der Behandlung und Betreuung auftreten. 

Abb. 2 • Mögliche Mechanismen des Verhältnisses von Depressionen und Diabetes Typ 1

Cf. Chauvet,J-C. et al. (2024). Mise au point sur les liens entre diabète et dépression, Médecine des Maladies Métaboliques. ScienceDirect, 18(3), 204-213

Angesichts von Diabetes ist die psychische Gesundheit weder unerheblich noch zweitrangig!

Die Pflege der mentalen Gesundheit kommt auch dem Körper zugute.

3 • Stress regulieren

Stress Entspannung
Angeboren Erwerben/erlernen
Genetisch vorprogrammiert, kann nicht „entlernt“ werden Muss regelmäßig praktiziert werden, kann also „entlernt“, bzw. vergessen werden
Sofort: schnelle Aktion Bewusste Arbeit mit ständiger Anstrengung
Wird mühelos ausgelöst und aufrecht erhalten Ihr Nutzen ist progressiv aber mit langfristiger positiver Wirkung

STRESSKURVEN EINER PERSON, DIE ENTSPANNUNGSÜBUNGEN MACHT

Am Ende des Tages ist in beiden Fällen der Stresslevel niedrig

Vorteil von Mini-Entspannungen: Der Stresslevel ist nie sehr hoch

 

  • Entspannung, Sophrologie, Meditation…
  • Atmung, Herzkohärenz, Yoga…
  • Volles Bewusstsein

4 • Die Lust am Leben kultivieren

« Ich habe beschlossen glücklich zu sein, das ist besser für die Gesundheit» Voltaire (Apokryph)

  • Welche Aktivitäten tun mir gut?
  • Welche Beziehungen tun mir gut?
  • Welche Gedanken tun mir gut? Wer oder was inspiriert mich?
  • Wie verwurzle ich mich in der Gegenwart (Aufhören mit Grübeln und Träumen)?

Entdecken und stärken Sie Ihre Ressourcen.

FÖRDERN SIE IHRE RESILIENZ…

Schutzfaktoren

Zufriedenheit im Leben

Positive Affekte

Selbstwirksamkeit

Soziale Unter-stützung

Selbstwertgefühl

Flexibler und adaptiver Coping-Stil

Dankbarkeit